Wenn sich Vergangenheit gegenwärtig anfühlt

Bei Demenz können frühere Lebensabschnitte gegenwärtig wirken. Eine erneut mitgeteilte Todesnachricht kann dann wie ein neuer Verlust erlebt werden. Andere Menschen möchten bewusst über den Tod und ihre Trauer sprechen.

Was kann ich sagen?

Diese Beispiele sind Angebote, keine festen Regeln. Passe sie an die Person und die tatsächliche Situation an.

„Du denkst gerade an deine Mutter. Ich höre dir zu.“

„Möchtest du mir etwas über sie erzählen?“

Was kann ich jetzt tun?

  1. Beobachte, ob die Person Nähe sucht, traurig ist oder eine konkrete Information möchte.
  2. Lass Raum für Erinnerungen, wenn das willkommen ist. Fotos können ein Angebot sein, aber kein Gedächtnistest.
  3. Wenn du den Tod ansprichst, tue es behutsam und bleib für die Reaktion da. Wiederhole keine belastenden Einzelheiten ohne Anlass.

Was sollte ich vermeiden?

Ignoriere die Frage nicht. Es gibt weder ein allgemeines Gebot, jedes Mal die Todesnachricht zu wiederholen, noch eine passende Ausrede für alle. Richte dich nach der Person und stimme schwierige Situationen mit vertrauten Begleitpersonen ab.

Wann brauche ich Hilfe?

Wenn Trauer oder Angst immer wieder stark belasten, kann eine Demenzberatungsstelle mit euch passende Antworten erarbeiten. Bei plötzlicher deutlicher Verwirrtheit ist ärztliche Abklärung wichtig; bei unmittelbarer Gefahr örtliche Notfallhilfe.